Einfach unglaublich, was "unsere" beiden in Lissabon so alles anstellen!
Zuerst vernascht Jürg in dieser noch jungen Saison nicht nur die nationale Jugend, sondern dann noch die nationalen Junioren...und jetzt mischt er sogar bei den europäischen Junioren (notabene alle um die 2 Jahre älter) kräftig mit!!! An seiner ersten Europameisterschaft fährt und läuft der TTT-Athlet (vom 24. Rang nach dem Schwimmen!) noch auf Rang 4 - verpasst die Medaillen nach 59:28 Rennzeit um nur 5 Sekunden...aber kein Problem, denn da kann er die nächsten zwei Jahre noch was nachholen, schliesslich ist er (altersmässig natürlich!) noch gar nicht wirklich ein Junior!!! Jürg hat sich mit dieser sensationellen Leistung auch gleich für die Junioren-Weltmeisterschaften in Vancouver vom 6. Juni qualifiziert (Abflug: 3. Juni)! Wenn es so weiter geht, muss er seine Sachen schon bald nicht mehr auspacken. Jürg zu seiner Leistung: "Es war ein sehr guter Wettkampf. Aufgrund der Kurven z.B. im Hallenstadion war das Radfahren sehr streng. Im Laufen wusste ich meine Position nicht genau. Ich dachte aber immer, ich sei um die Position 15 herum klassiert. Und erst im Ziel dann hab ich mitbekommen, an welcher Position ich da wirklich lief. Trotzdem: die 5 Sekunden auf die Bronze...ich lief da nach dieser für mich ungewohnt langen Distanz auf dem letzten Zacken...mehr war nicht drin!"
Und dann setzte am Sonntag zweite TTT-Athlet Alex Schawalder bei seiner "Titelverteidigung EM-Bronze" sogar noch einen drauf...und holt sich souverän Silber! Und verliert Gold nach 2h19min nur um winzige 4 Sekunden! Aber trotzdem: Vize-Europameister ist eine unglaubliche Sache...grossartig, wenn man bedenkt, dass Alex zwar die letzte Zeit super schwimmen und velofahren, aber kaum laufen trainieren konnte! Zudem schlägt er seinen Bruder Reto, der aber knapp hinter ihm auf Rang 3 läuft...alles tip top also, beide Schawis auf dem EM-Podest!
Ebenfalls am Sonntag kam Jürg Bühler in dem Nationenwettbewerb für die Schweiz beim Junioren-Rennen zum Einsatz. Und als Schlussläufer bestätigte Jürg seine Top-Form, zeigte nach dem gestrigen Traum-Rennen nochmals eine tolle Forstellung, keine Müdigkeit und führte die Schweiz nach 1h16min...zum Vize-Europameister!!!
Alles weitere zu Jürg und Alex gibt's hier als Zeitungsbericht!
Das Tri Top Team Rheintal gratuliert seinen beiden Athleten herzlichst zu diesen beiden grossartigen (und zum glück auch unfallfreien) Erfolgen - die TTT-Highlights Nr. 3, 4 und 5 in der noch jungen Saison 08 - und wünscht den beiden eine gute Heimreise zurück ins Rheintal!!!
Und, "last but not least" wollen wir natürlich noch hören, wie Jürg Bühler selbst nach seiner Rückkehr aus Lissabon sein EM-Wochenende und seine wohl bisher schönste Zeit erlebt hat:
"Endlich war es soweit. Es ging los zur Junioren Europameisterschaft nach Lissabon. Am Donnerstagmorgen um Viertel nach Acht traf sich die Schweizer Delegation am Flughafen in Zürich. Ich war ein wenig nervös da es das erste Mal für mich war, dass ich mit den „Grossen“ mit durfte.
Als wir im Hotel in Lissabon ankamen war es schon Nachmittag und da am Abend noch das Briefing war reichte es gerade noch für ein lockeres Footing.
Am Freitag war offizielles Schwimm- und Radtraining auf der Wettkampfstrecke. Das Wasser war 19° warm und darum war das Schwimmen am Wettkampf mit Neoprenanzug. Beim Besichtigen der Radstrecke fuhren wir auch zum ersten Mal durch das Stadion in dem die Wechselzone und das Ziel lagen. Es war ein grossartiges Gefühl durch diese Halle zu fahren und ich freute mich schon auf den Wettkampf.
Am Abend kam immer mehr die Nervosität und es ging ziemlich lange bis ich endlich einschlafen konnte.
Am Samstag war der grosse Tag. Das Morgenessen war relativ spät, da wir den Wettkampf erst am Nachmittag um halb Zwei hatten. Nach einem Footing begaben Alexandre Dällenbach, Andrea Salvisberg und ich uns wieder auf unsere Zimmer um uns zu konzentrieren. Auf einem Portugiesischen Kanal verfolgten wir aber trotzdem das Rennen der Frauen.
Auf dem Wettkampfplatz war alles ein wenig verwirrend und ich war sowieso sehr nervös, doch wir schafften es dann doch noch alles korrekt einzuchecken und uns an den Start zu begeben.
Der Startschuss zum Rennen das über 750m Schwimmen, 20km Radfahren und 5km Laufen beträgt, war gefallen und ich versuchte mich in eine möglichst gute Position zu versetzen. Es gelang mir eigentlich relativ gut, obwohl meine Schwimmzeit am Ende nicht so zufrieden stellend war. Wenigstens hatte ich das Glück nicht in eine grosse Schlägerei zu geraten und kam so als 25. mit einer halben Minute Rückstand auf den Führenden aus dem Wasser.
Nach einem eher schlechteren Wechsel konnte ich mich in der dritten Radgruppe positionieren. Nach etwa eineinhalb Runden konnten wir die Gruppe vor uns einholen und es waren somit alle Schweizer Junioren in der zweiten Gruppe. Kurz darauf hatte aber Alexander Dällenbach einen Defekt und er fiel zurück. Da in der vordersten Radgruppe ein sehr hohes Tempo gefahren wurde, fiel diese Gruppe immer mehr auseinander, so, dass es am Schluss nur noch drei Führende waren.
Da ich mich beim Radfahren nur selten an der Spitze der Gruppe aufgehalten hatte, konnte ich sehr viel Energie sparen, obwohl die Stadiondurchfahrt mit den vielen Kurven, kleinen Steigungen und Kopfsteinpflaster immer sehr hart war.
Der Wechsel aufs Laufen gelang sehr gut und ich hatte sehr gute Beine und das Gefühl schnell Laufen zu können. Das habe ich dann auch gemacht und ich konnte die Anderen, bis auf Jonathon Brownlee, schnell distanzieren. Er schlug ein sehr schnelles aber doch noch angenehmes Tempo an, so dass ich die erste Runde mit ihm laufen konnte. Kurz nachdem wir Denis Vasiliev überholt hatten, musste ich Brownlee ziehen lassen und die zweite Runde allein Laufen. Gegen den Schluss kam von hinten Franz Löschke, der die mit Abstand schnellste Laufzeit von allen hatte immer näher und ich musste noch mal alles geben damit er mich nicht einholte.
Es war ein super Rennen und für mich lief wirklich alles perfekt. Im Ziel konnte ich kaum glauben, dass ich auf den 4. Rang gelaufen war vor allem weil ich während dem Rennen nie genau wusste auf welchem Rang ich eigentlich bin.
Am Sonntag war dann noch der Teamwettkampf bei dem wir gute Chancen auf einen Podestplatz hatten. Es galt in Dreierteams je einen Wettkampf von 300m Schwimmen, 10km Radfahren und 2km Laufen. Alle drei Athleten mussten diesen Triathlon hintereinander absolvieren. Andrea Salvisberg war der Startläufer, Alexander Dällenbach in der Mitte und ich kam am Schluss dran.
Nach einem super Rennen von Andrea und Alexandre konnte ich als zweiter, zusammen mit dem Deutschen und fünf Sekunden hinter dem Franzosen ins Rennen starten. Nach einer guten Schwimmleistung kam ich als zweiter, direkt hinter dem Deutschen und vor dem Franzosen aus dem Wasser. Dank einem schnellen Wechsel konnten der Deutsche und ich den Franzosen distanzieren. Auf dem Rad arbeiteten wir zusammen und bauten unseren Vorsprung noch aus. Beim abschliessenden Lauf war der Deutsche enorm stark, so, dass er mich schnell abhängte.
Wir waren jedoch überglücklich über unsere Silbermedaille und es war der krönende Abschluss eines super Rennwochenendes.
Ich möchte mich bei allen Verantwortlichen, Sponsoren und Trainer bedanken die dieses Super Resultat überhaupt möglich gemacht hatten."













